• 2. Bundesliga Männer

    Esper: "Das war sensationell"

    Zum Tragen kam bereits beim Saisonauftakt der Zweiten Judo-Bundesliga das Konzept des JC Rüsselsheim, Kämpfern aus Südwestdeutschland das Vertrauen zu schenken. Zum Rundenstart kam der JCR gegen Titelkandidat Offenbach vor rund 1000 Besuchern in der WalteZum Tragen kam bereits beim Saisonauftakt der Zweiten Judo-Bundesliga das Konzept des JC Rüsselsheim, Kämpfern aus Südwestdeutschland das Vertrauen zu schenken. Zum Rundenstart kam der JCR gegen Titelkandidat Offenbach vor rund 1000 Besuchern in der Walte

    Das neue Konzept übertraf aller Erwartungen beim Judo-Club Rüsselsheim: Rund 1000 Zuschauer verwandelten beim 7:7 des JCR zum Zweitligastart gegen Offenbach die Walter-Köbel-Halle in einen Hexenkessel.

    Nebelschwaden, voll besetzte Tribünen und eine bis in die Haarspitzen motivierte Rüsselsheimer Mannschaft: JCR-Trainer Andreas Esper schwärmte trotz des knapp verpassten Auftakterfolges von der Rückkehr in die Köbel-Halle. „Das war unbeschreiblich, sensationell“, sagte der Achtundvierzigjährige über die Atmosphäre im „Hexenkessel Walter-Köbel-Halle.“
    Für die Kämpfer sei das wie eine „Sucht“ gewesen, sagt Esper. Und diejenigen Rüsselsheimer, die nicht auf die Matte durften, seien „richtig sauer gewesen, dass sie vor dieser Kulisse nicht kämpfen durften“, so der Diplom-Sportlehrer. Das Unentschieden sei letztlich „genau das richtige Ergebnis“ gewesen, resümierte Esper.
    Nachdem der JCR den ersten Durchgang gegen den Titelfavoriten knapp mit 3:4 abgegen hatte, drehten die Rüsselsheimer das Resultat und führten bis zum letzten Kampf. Dort gab Max Klyk gegen den Dritten der österreichischen Meisterschaften, Florian Lindner, alles. Lange hielt der 94-Kilo-Mann gegen den austrainierten 100-Kilo-Kämpfer aus Offenbach gut mit, ehe er sich geschlagen geben musste. „Wenn es unentschieden ausgeht, darf sich Lindner nicht beschweren“, sagte Esper, der allen seinen Athleten „eine tolle Leistung“ attestierte. „Jeder hat sich maximal eingebracht“, lobte der Coach das Auftreten seiner Kämpfer, die „Judo in Rüsselsheim verkörpern“.
    Bis auf den Spanier Javier Selma, der aufgrund der großen Aufstellungsprobleme in der Klasse bis 60 Kilogramm eingeflogen werden musste, stammen alle JCR-Kämpfer aus dem südwestdeutschen Raum und Rüsselsheim. „Sie trainieren, reisen und kämpfen zusammen, das ist gleich eine ganz andere Verbundenheit“, freute sich der JCR-Trainer über sein „Bombenteam“.
    Von der tollen Resonanz der Rüsselsheimer Fans war Esper auch am Tag nach dem Kampf noch hin und weg. Nun gelte es, für den Heimkampf gegen den SV Halle „noch einen draufzusetzen“. Die Heimkämpfe des JC Rüsselsheim müssten „zu einer festen Einrichtung werden“, die gerne besucht werden, wünscht sich Esper. Die Grundlage ist geschaffen, der große Aufwand, den das Organisationsteam betrieben habe, sei von der Kulisse belohnt worden.
    Esper ruft sich noch einmal die Bilder der voll besetzten Tribünen, die Atmosphäre in Erinnerung. Im Vorfeld habe es einige Skeptiker gegeben. Doch der Kampftag zeigte, dass Judo in Rüsselsheim eine gute Basis hat. „Die Resonanz war unglaublich“, freut sich Esper. Einen solchen Saisonauftakt hatte sich der Diplom-Sportlehrer gewünscht. Dass es dann aber so kam, sei „unvorstellbar“ gewesen.
    Erster Durchgang
    Bis 60 kg: Javier Selma – Brian Miles-Smith 5:0 (5:00), bis 90 kg: Dominic Hofmann – Alexander Schönfeld 10:0 (0:18), über 100 kg: Marius Schirmer – Michail Alexiadis 0:10 (1:58), bis 73 kg: Tobias Schirra – Lorenz Fuchs 10:0 (3:09),bis 66 kg: Kai Lehberger – Leon Ehmig 0:5 (5:00), bis 81 kg: Moritz Kern – Max Sonne 0:10 (4:52), bis 100 kg: Andreas Sutter – Florian Lindner 0:10 (3:58).
    Zweiter Durchgang
    Bis 60 kg: Selma kampflos 10:0, bis 90 kg: Hofmann – Dominik Schlegel 10:0 (1:02), über 100 kg: Alischer Schinbaev – Schöngeld 0:10 (2:36), bis 73 kg: Schirra – Erhan Karabiyik 10:0 (0:07), bis 66 kg: Lehberger –Ehmig 0:5 (5:00), bis 81 kg: Patrick Pelz – Sonne 5:0 (5:00), bis 100 kg: Max Klyk – Lindner 0:10 (4:37). Rüsselsheimer Echo, 23. April 2012