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    Mönchengladbach richtet Finale aus

     c280x210 280x210 karlssonFoto: Christian Schießl

    Die beiden Meisterschaftsfavoriten JC Mönchengladbach im Norden sowie JC Leipzig im Süden haben sich als Staffelsieger für das Finalturnier um die deutsche Meisterschaft der Frauen qualifiziert, mussten aber am letzten Kampftag der Vorrunde beide ihre ersten Saisonniederlagen hinnehmen. Danach deutet sich am 28. September im Rheinland ein völlig offenes Finale an, bei dem auch die anderen Teilnehmer PSG Brandenburg, JC 66 Bottrop, TSV Großhadern und TSG Backnang durchaus Ambitionen auf den Titelgewinn für sich in Anspruch nehmen können.

    Hochdramatisch verlief der letzte Vorrunden-Kampftag vor allem in der Nordstaffel, wo es nicht nur um den Spitzenplatz allein, sondern zudem auch um das Recht zur Ausrichtung des Finales in zwei Wochen ging. Die zuletzt beim 1:6 in Brandenburg chancenlosen Bottroperinnen machten ihr Vorhaben war und fügten vor heimischer Kulisse dem bis dahin verlustpunktfreien Team aus Mönchengladbach die erste Saisonniederlage bei. Die fiel beim 1:5 zudem überaus deftig aus. Und hätte nicht Gladbachs Stephanie Manfrahs (bis 63 kg) gleich den ersten Kampf für ihr Team gewonnen, dann hätte sogar Bottrop noch den Nordmeistertitel in Griffweite gehabt.

    Beide Spitzenteams hatten zuvor jeweils das Hamburger Judoteam mit 6:1 bezwungen.

    Ex-Meister PSG Brandenburg vergab seine durchaus vorhandenen Möglichkeiten auf den Staffelsieg, weil gegen den sich tapfer wehrenden Absteiger TuS Hermannsburg statt des erhofften glatten Heimsieges nur ein 4:3 gelang. Somit sind am Ende der Vorrunde alle drei Spitzenteam des Nordens (Brandenburg hatte im Saisonverlauf in Mönchengladbach 2:5 verloren) mit jeweils fünf Siegen und einer Niederlage punktgleich. Die 29:12-Siegpunkte entschieden am Ende für Mönchengladbach gegenüber Brandenburg (28:14) und Bottrop (27:14). „Unsere Mädels waren gut drauf und haben im Derby gegen Mönchengladbach wie schon bei früheren Begegnungen den unbedingten Siegwillen gezeigt“, sagte Bottrops Teammanager Guido Materzok. „Der Erfolg wiegt für unser Selbstvertrauen schwer, aber wir wissen schon, dass die Gladbacherinnen für das Finale noch einige Asse im Ärmel haben.“

     

    In einer Neuauflage des vorjährigen Meisterschaftsfinales unterlag der Titelverteidiger JC Leipzig in eigener Halle überraschend gegen den TSV Großhadern mit 2:3. Und das trotz des Einsatzes und Punktgewinns der Olympia-Silbermedaillengewinnerin Kerstin Thiele sowie einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung. Die offiziell mit dem Ziel, nicht unter die Räder kommen zu wollen, in der sächsischen Messestadt angetretenen Rand-Münchnerinnen zeigten sich sehr gut in Schuss und fertigten vor dem Sieg über Leipzig bereits den KSV Esslingen glatt mit 6:1 ab. Leipzig besiegte Esslingen 6:0, hat aber in zwei Wochen beim Endkampf einen ernst zunehmen Rivalen mehr auf dem Weg zur erhofften erfolgreichen Titelverteidigung auf dem sprichwörtlichen Zettel.

    Ähnlich spannend wie in Leipzig ging es auch in Wiesbaden zu, wo der JSV Speyer das entscheidende Duell um den dritten Süd-Platz im Finalturnier unbedingt gegen die TSG Backnang gewinnen musste. Speyer holte einen 1:3-Rückstand durch vorzeitige Siege von Barbara Bandel (bis 70 kg) sowie Abigel Joo (über 78 kg) auf, so dass die Entscheidung im allerletzten Duell fallen musste. Da hatte Backnangs Carla Grol in der 57-Kg-Klasse das glücklichere Ende für sich und besiegte Selina Dietzer aus Speyer mit einem Yuko-Vorsprung knapp zum 4:3-Endstand. Der SC Gröbenzell gewann das Duell der beiden bis dahin noch sieglosen Absteiger gegen den PSV Weimar ebenfalls mit 4:3.

     

    Beim Finalturnier der besten sechs Bundesligamannschaften trifft nunmehr in Mönchengladbach der Nordmeister und Gastgeber auf die Süd-Teams aus Großhadern und Backnang. Titelverteidiger JC Leipzig bekommt es in seiner Gruppe mit Brandenburg und Bottrop zu tun. Die beiden Poolsieger bestreiten dann den großen Endkampf.

     

                                                                                                      Peter Stracke