• 2. Bundesliga Frauen

    Hermannsburger TuS-Judoka haken Aufstieg ab

    Heimwettkämpfe des TuS Hermannsburg in der 2. Judo-Bundesliga - Dörte Müller gegen Lorena Müller vom Vfl Stade Foto: Benjamin Westhoff

    Die Judoka des TuS Hermannsburg müssen ihre Träume vom Aufstieg in die Bundesliga begraben. Beim Heimwettkampf machten Personalprobleme Trainer Dieter Wermuth einen Strich durch die Rechnung.

    HERMANNSBURG. Schon vor dem Heimwettkampftag hatte Trainer Dieter Wermuth den vor der Saison geäußerten Gedanken an den Bundesliga-Aufstieg revidiert. Inzwischen sprechen auch die Zahlen dafür, dass es mit einer Topplatzierung für den TuS Hermannsburg in der 2. Judo-Bundesliga der Frauen nichts wird. Nach vier Wettkämpfen stehen für das TuS-Team bereits zwei Niederlagen zu Buche.

    Beim Wettkampftag vor heimischem Publikum gab es zwar einen knappen 4:3-Sieg gegen VfL Stade, doch anschließend musste sich die Riege von Trainer Wermuth dem Spitzenreiter JC Wermelskirchen mit 2:4 geschlagen geben. Damit rangiert Hermannsburg auf dem dritten Tabellenplatz.

    Enttäuscht war Wermuth dennoch nicht. „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagte er vielmehr. „Jeder hat für jeden gekämpft, die Mädels wachsen als Mannschaft immer dichter zusammen.“

    Dass es sportlich nicht zu mehr reichen würde, war dem Coach bereits im Vorfeld klar. Denn nachdem für Kyra Quast aufgrund einer Virusinfektion die Saison beendet war, bevor sie überhaupt begonnen hatte, musste beim Heimwettkampf auch Miriam Garmatter passen. Sie plagte über starke Magenprobleme und stand dem TuS-Team deshalb nicht zur Verfügung. „Da kann man dann nichts machen“, sagte Wermuth, der im Stillen sogar mit zwei Niederlagen gerechnet hatte. Seine „Mädels“, wie Wermuth seine Kämpferinnen nennt, belehrten den Trainer allerdings eines Besseren und gewannen immerhin einen Wettkampf.

    In der gut gefüllten Sporthalle des Christian-Gymnasiums sorgten rund 80 Zuschauer für eine stimmungsvolle Atmosphäre. „Die Kämpfe hätten noch mehr Zuschauer verdient gehabt“, so Wermuth über das ansehnliche Niveau der Zweitligisten. Der Wettkampf gegen Stade begann für Hermannsburg alles andere als vielversprechend. Anders als geplant und gehofft, sah sich die TuS-Riege erst einem 0:2, wenig später sogar einem 1:3 gegenüber.

    Dabei ärgerte den Trainer insbesondere die Niederlage von Cynthia Hildebrand. In der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm hatte die für Hermannsburg kämpfende Bremerin bereits sicher in Führung gelegen. „Doch dann ist sie irgendwie in einen Tunnel geraten und hat auf nichts und niemanden mehr reagiert“, sagte Wermuth. Doch Hildebrands Kolleginnen sprangen in die Bresche. Anne Byczkowski (bis 70 kg) und Lena Busemann (über 78 kg) sorgten für den Ausgleich. Und im letzten entscheidenden Kampf behielt Anne Zienterra (bis 63 kg) die Nerven. „Das war ein ganz toller Sieg von ihr“, urteilte Wermuth.

    Mit dem 4:3-Erfolg über Stade hatten die Hermannsburger Judoka ihr Soll erfüllt. Als Zugabe hätte anschließend auch noch der JC Wermelskirchen auf die Matte gezwungen werden sollen. Doch letztlich war die TuS-Riege gegen den Spitzenreiter ohne echte Siegchance.

    Wermuth hatte seine Riege gleich in mehrere Gewichtsklasse umgestellt. „Ich habe Leute eingesetzt, die ich vielleicht nicht eingesetzt hätte, wenn wir komplett gewesen wären“, erklärte der Hermannsburger Trainer und nahm die Niederlage so ein wenig auf seine Kappe. „Niederlage bleibt zwar Niederlage. Aber die Mädels haben ihre Sache wirklich gut gemacht. Mehr war nicht drin.“

    Der nächste und zugleich letzte Wettkampftag findet für Hermannsburg erst am Samstag, 27. Juni statt. Dann geht es Auswärts gegen den Tabellenletzten MTV Vorsfelde.

    Autor: Uwe Meier - Foto: Benjamin Westhoff - Cellesche Zeitung vom 12.05.2015

    http://www.cellesche-zeitung.de/S4001457/Hermmannsburger-TuS-Judoka-haken-Aufstieg-ab