• 2. Bundesliga Frauen

    TuS-Judoka schaffen Aufstieg

     c280x210 280x210 bundesliga tus damen heimDie erfolgreichen Judoka des TuS Hermannsburg

    Die Judoka des TuS Hermannsburg melden sich in der Bundesliga zurück. Beim Heimwettkampf besiegte das Team um Trainer Dieter Wermuth die ärgsten Konkurrenten aus Osnabrück und Bottrop jeweils souverän mit 5:2. Damit ist es nach 1999 der zweite Aufstieg ins Judo-Oberhaus perfekt.

    "Ach wissen sie" sagt Dieter Wermuth, der Trainer der Judo-Damen des TuS Hermannsburg, nachdem sein Team den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte. "So überraschend kan das nicht. Wir sind ja als Tabellenführer in diesen Wettkampf gegangen. Wir mussten eben nur diese beiden Dinger machen."

    Das hört sich ziemlich locker an. Doch ganz so war es dann wohl doch nicht. Denn als Janny v. d. Meer im letzen Kampf ihre Gegnerin auf die Matte geknallt hatte, kannte der Jubel in der Sporthalle der Christian-Chule keine Grenzen mehr. Mit lautem Jubel machten die Kämpferinnen ihr Anspannung Platz. Sie hatten es geschafft. Endlich.

    Mit zwei 5:2-Siegen gegen die bis dahin schärfsten Verfolger Osnabrücker TB sowie Adler Bottrop hatten die Judoka des TuS Hermannsburg den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt gemacht. Für den Trainer war es ein Stück Genungtuung. "Die Mannschaft ist in der Vergangenheit richtig gut zusammen gewachsen uns die war enorm motiviert", berichtet der Coach. "Die Mädels haben sich den Aufstieg einfach verdienst".

    Auf dem Weg dorthin hat er nach eigenem Bekenntnis "ganz schön geschangelt". In erster Linie meinte er damit die Aufstellung, in der er sein Team in die Wettkämpfe gegen die bis dato ärgsten Verfolger schickte. Unter anderem kämpfte Miriam Garmatter, die normalerweise in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm antritt, zwei Klassen höher in der Klasse bis 70 Kilogramm. Und auch Lena Busemann (bis 78 kg) schickte Wermuth ins Superschwergewicht auf die Matte. Und das erfolgreich. "Mit dieser Aufstellung habe ich selbst unseren Abteilungsleiter Frank Walzer durcheinander gebracht" meint der "Trainerfuchs" schmunzelnd. Walter habe bei Wermuth vor dem Kampf extra noch einmal nachgefragt, ob die Aufstellung denn so richtig sei. "Na klar war sie das", so Wermuth. Und das offenbar völlig zurecht. Denn die Umstellung brachte den erhofften Erfolg.

    Im ersten Kampf hatte Bottrop überraschend den Osnabrücker TB mit 4:2 besiegt, ehe dann die Hermannsburgerinnen ihr Unternehmen "Erstliga-Aufstieg" starteten.

    Gegener waren die Osnabrückerinnen, gegen die das TuS-Team in der vergangenen Jahren stets eien Niederlage hatten eingesteckt. "Das aber meistens unglücklich", erinnert sich Wermuth. "Das wollten wir unbedingt zurecht biegen". Und es ging auch gleich gut los. Miriam Garmatter setzte mit ihrem vorzeitigem Sieg gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Und das, obwohl sie zwei Gewichtsklassen höher antrat. Vanessa Ressel (bis 57 kg) erhöhte zum 2:0. Tina Hesselink verlor im Superschwergewicht (über 78 kg) gegen die ehemaligen Deutsche Vizemeisterin Hehemann. Paula Sommer (bis 63 kg) erkämpfte mit unbedingtem Siegeswillen das 3:1. Auch die Niederländerin Lena Busemann (bis 78 kg) gewann mit einer Ippon-Wertung und so konnten die Zuschauer das 4:1 bejubeln. Nach einer Niederlage von Viktoria König (bis 48 kg) stand es zwar 4:2; doch anschließend stelle Janny Dammer - v. d. Meer mit ihrem Sieg den 5:2 Endstand (Unterbewertung 47:17) sicher. "Der Mannschaftssieg gegen Osnabrück war längst überfällig", so Trainer Wermuth.

    Mit Spannung wurde die Begegnung gegen Bottrop erwartet. Nach einigen Umstellungen im Team besiegte Miriam Garmatter ihre Gegnerin erneut in der 70 kg-Kategorie. Vanessa Ressel (bis 57 kg) verlor uns so konnte Bottrop zum 1:1 ausgleichen. Lena Busemann brachte die Halle zum Toben. Nach anfänglichem Rückstand besiegte sie ihre rund 40 Kilogramm schwerere Gegnerin im Superschwergewicht durch eine Wurftechnik in letzter Sekunde. Nach der Niederlage von Anne Zienterra (bis 63 kg) stand es 2:2. Lisa Lachetta stellte (bis 78 kg) die erneute TuS-Führung her, dem die Anika Wohlers im Superleichtgewicht (bis 48 kg) einen weiteren Punkt zum 4:2 folgen ließ und so zur "Matchwinnerin" wurde. Als dann Janny Dammer-v. d. Meer (bis 52 kg) sorgte mit ihrem vorzeitigen Sieg gegen die ehemaligen Bundeskaderathletin Sarah Hapke den 5:2-Erfolg perfekt machte, konnten die Aufstiegsfeierlichkeiten endgültig beginnen.

    Nunmehr beginnen für die Hermannsburg Judoka die Vorbereitungen auf die Erstliga-Saison. "Dazu werden wir auch noch knapp 10000 Euro zusätzlich benötigen", so Abteilungsleiter Frank Walzer zum finanziellen Aufwand. Er hofft, dass er diesen Betrag in Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft zusammen bekommt. In sportlicher Hinsicht wissen die Hermannsburger nur allzu  genau, auf was sich sich da eingelassen haben. "Wir waren da schon einmal", so Wermuth. "Ich weiß, wie da der Bär steppt, Dennoch möchte er es in Sachen Neuzugänge vorsichtig angehen lassen. "Auf keinen Fall werde ich Leute einkaufen", sagt er. Ganz davon ab habe er ein Team, das den Aufstieg geschafft hat. "Und ich finde es den Sportlerinnen gegenüber unfair, wenn ich ihnen jetzt die Chance auf die 1. Bundesliga nehmen würde", so der Coach und fügt etwas leiser an. "Warten wir es doch einfach mal ab"