• 2. Bundesliga Männer

    Der Walheimer Zug hat Fahrt aufgenommen

     c280x210 280x210 img 0320Patrick Haas (links) gewinnt in der Klasse bis 90 kg

    Die Walheimer Schmiede setzt sich im Derby gegen Köln durch und gewinnt auswärts 5:9 .

    Am vergangenen Samstag war das Walheimer Team in Köln beim JC Köln-Süd Bushido zu Gast. Nach einer Niederlage in der vergangenen Saison (damals verlor das Team 6:7) wollten die Jungs nun zeigen, dass dies nur ein Ausrutscher war.

    Bereits Tage vor dem Kampf wurde das Kölner Team eingehend studiert, die möglichen Gegner analysiert und die Kämpfer somit optimal vorbereitet. Zudem wusste man vorab, dass die Kölner ohne ihren Spitzenathleten Benjamin Münnich antreten würden, da dieser in Zagreb auf einem Weltturnier an den Start ging. Auch um die Probleme in der Klasse -90kg beim gegnerischen Team war man im Bilde. Die Walheimer nahmen die Begegnung trotzdem nicht auf die leichte Schulter und traten mit einem (fast) kompletten Kader an. Die Punkte in den schweren Gewichtsklassen zwingend holen und weitere Punkte in den unteren Gewichtsklassen einfahren, war die Devise von Trainer Patrick Haas.

    Dieses Ziel wurde von den Kämpfern aus der Walheimer Schmiede direkt umgesetzt. Die schweren Jungs fuhren zu Beginn der Begegnung die ersten Punkte ein: Max Westerkamp (-100 kg) gewann seinen Kampf gegen Janis Leonhardt 30 Sekunden vor Schluss mit einem Würger. Jur Spijkers (+100 kg), der niederländische Schwergewichtler im Team, erhöhte durch einen starken Kampf gegen den Kameruner Igor Mbakom auf 0:2. Graatje Weber (-81 Kg) aus der niederländischen Partner- Schmiede von JC Hercules Echt gewann den dritten Kampf ebenfalls souverän und stellte das Punktekonto auf 0:3. Ein Start nach Maß, den die zahlreich mitgereisten Walheimer Fans lautstark feierten und die Fans des Gastgebers sogar übertönten. Im Anschluss musste sich der Team-Älteste, Hubert Swiech (-60 Kg), gegen den jungen, aber dennoch stark auftrumpfenden Patrick Görner geschlagen geben. Den Punktverlust konnte Arthur Westerkamp (-90 kg) in seinem Kampf jedoch bereits nach knapp einer Minute wieder ausbügeln und durch das 1:4 durch De-Ashi-Barai den alten Abstand wiederherstellen. Erich Klinspon (-66 kg) hatte an diesem Kampftag die schwerste Aufgabe, denn ihm stand mit Jasper Lefèvre der 50. der Weltrangliste und Olympiastarter von Rio gegenüber. Erich konnte einige starke Aktionen zeigen, die Überraschung gelang jedoch nicht, sodass er sich nach knapp 2 Minuten geschlagen geben musste. Zum Abschluss der Hinrunde hatte Max Baczak (- 73 kg) mit Georg Siegemund, dem Vizemeister der Junioren, eine schwere Aufgabe vor sich. Der Ruf als Punktegarant blieb ihm allerdings erhalten. Mit dem lautstark anfeuernden Team im Rücken ließ er den Vizemeister über viereinhalb Minuten alt aussehen und warf ihn zum Schluss sogar mit Ippon auf den Rücken. Eine souveräne Leistung des Walheimers. Somit stand es bereits nach den ersten 7 Kämpfen 2:5 für die Walheimer Schmiede.

    In der Rückrunde tauschte Trainer Haas den Regularien entsprechend drei Kämpfer aus. Gegen Köln wollte der Trainer kein Risiko gehen und stellte drei der fünf Kämpfer auf, die bereits in der Hinrunde Punkte gesammelt hatten. Ohne große Bedenken konnte Haas den Dritten der Studenten-EM, Lars Entgens (-100 kg), für die Rückrunde setzen. Ein Luxustausch, können die Walheimer doch in dieser Gewichtklasse mit Entgens und Westerkamp auf ein Duo zurückgreifen, das eine Macht in dieser Liga ist. Zudem kam Edeljoker Marcel Leenings (-60 kg) ins Team, der mit seinem unorthodoxen Kampfstil immer für eine Überraschung gut ist. Zudem blieb es nicht aus, dass Haas (-90 kg) sich selber einwechseln musste, um die Aufstellung für die Rückrunde zu komplettieren.

    Im Auftaktkampf holte Lars Entgens (-100 kg) den ersten Punkt ohne große Mühen, da die Kölner aus taktischen Gründen einen 66 Kilo-Kämpfer hochsetzen mussten, welcher den Punkt verständlicherweise kampflos an die Walheimer abtrat. Im Schwergewicht standen sich anschließend erneut Spijkers und Mbakom gegenüber. Leider kam Jur diesmal nicht so gut in den Kampf und lag schnell mit 2 Strafen zurück. Die Aufholjagd gelang dem Niederländer nicht, und so musste er zum Ende alles auf eine riskante Karte setzen, was der erfahrene Mbakom auszunutzen wusste und mit seinem Sieg auf 3:6 verkürzte. Graatje Weber (-81 kg) bekam es in seinem zweiten Kampf mit Christian Hellinger, einem ehemaligen Kaderathleten, zu tun. Schnell geriet er unter Druck, behielt jedoch die Ruhe und konnte mit einem Konter, bei dem sich Hellinger nicht anders zu wehren wusste, als (verbotenerweise) das Bein von Weber mit der Hand zu blockieren, seinen zweiten Sieg für Walheim an diesem Tag einfahren. Marcel Leenings (-60 kg) überraschte seinen Gegner Patrick Görner früh mit einer wunderschönen kleinen Innensichel, wodurch der Walheimer mit einem Yuko in Führung ging. Görner kam jedoch immer mehr in den Kampf und konnte Leenings zum Schluss besiegen. Der Kölner war an diesem Tag einfach zu stark für die walheimer Jungs in dieser Gewichtsklasse, und somit stand es nur noch 4:7 für Walheim. Nun war es an Trainer Patrick Haas (-90 kg), den entscheidenden achten Punkt für Walheim einzufahren. Gegen den erfahrenen und immer gefährlichen André Föbus, der normalerweise in der Kategorie -73 kg an den Start geht, durfte diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Man merkte sofort, dass André nicht zum Aufgeben auf die Matte ging. Haas wusste aber seinen Vorteil als schwerer Kämpfer zu nutzen, behielt Ruhe und Übersicht über den Kampf und setzte nach der Hälfte der Kampfzeit seine Spezialtechnik an. Nach dem walheimer Motto, „Sumi geht immer“ legte Haas seinen Gegner auf den Rücken und gewann mit Ippon. In der Halle feierten nun nur noch die enthusiastischen Walheimer Fans, denn Haas Sieg bedeutete gleichzeitig das 4:8 und somit den Gesamtsieg für die Walheimer Schmiede. Im Anschluss zeigte Erich Klinspon noch einmal alles gegen Jasper Lefèvre und machte diesem sichtlich Probleme, wurde dafür aber leider nicht belohnt und musste seinen Kampf erneut abgeben. Den Schlusspunkt setzte dann Max Baczak (-73 kg), der sein Kölner Gegenüber Siegemund erneut beherrschte und diesem buchstäblich die Lust am Judo nahm.

    Damit endete der Auswärtskampf in Köln mit einem 5:9 Sieg für die Walheimer Schmiede. Ein Sieg, den das Team mit den mitgereisten Fans ausgiebig feierte.

    Den Spirit und Schwung wird das Team in den letzten Heimkampf der Saison mitnehmen. Gegen Braunschweig wird das komplette Team auf der Matte stehen und alles geben, um den dritten Platz der 2. Bundesliga zu verteidigen. Der Kampftag findet am 08.10. um 18 Uhr in der Sporthalle des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster statt.

    Lars Entgens