• 1. Bundesliga Frauen

    JSV-Frauen aus Speyer stürmen Tabellenspitze

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    Die Frauen des JSV Speyer haben am dritten Kampftag der Ersten Judo-Bundesliga Süd die Tabellenspitze erobert. Beim Doppelkampftag in München besiegten die Kämpferinnen aus der Domstadt den Aufsteiger 1. SC Gröbenzell mit 5:2 und den Gastgeber TSV Großhadern mit 4:2.

    Als klarer Favorit ging der JSV Speyer in den ersten Kampf des Tages gegen Gröbenzell. Ein Ippon-Sieg für die frischgebackene Welt- und Europacupsiegerin Barbara Bandel nach knapp zwei Minuten gegen Sonja Weissensteiner sorgte für einen Auftakt nach Maß.

    Noch schneller machte es anschließend die Ungarin Abigél Joó, die in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm gegen Adelheid Könsgen nur 26 Sekunden zum Erfolg brauchte. Knapper war es im folgenden Duell der Klasse bis 63 Kilogramm zwischen Johanna Müller und Gröbenzells Marion Weissensteiner. Eine kleine Yuko-Wertung gab in diesem engen Kampf den Ausschlag zugunsten der JSVlerin.

    Somit konnte Hedvig Karakas im anschließenden Kampf der Kategorie bis 57 Kilogramm den Sieg des JSV unter Dach und Fach bringen. Und die ungarische Europameisterin des vergangenen Jahres   zeigte sich zuverlässig wie immer. Mit einer Fußtechnik schickte sie ihre Gegnerin Nicole Pavel nach knapp zwei Minuten auf die Matte. Damit führte der JSV Speyer uneinholbar mit 4:0.

    Die folgende Ippon-Niederlage von Jessica Lindner im Kampf bis 48 Kilogramm gegen Heike Gewehr war deshalb aus Speyer-Sicht kein Beinbruch. Riccarda Rau stellte mit einem schnellen Erfolg in der Klasse bis 52 Kilogramm den alten Abstand wieder her. Die Dritte der letzten Deutschen Meisterschaft besiegte Gröbenzells Barbara Warko mit einer kleinen Innensichel nach nur 34 Sekunden.

    Pech hatte jedoch Tia Berger im Schwergewicht. Sie geriet gegen Barbara Baur mit Yuko in Rückstand und konnte den Kampf trotz beherzter Angriffe in einer dramatischen Schlussphase nicht mehr drehen. Dennoch stand ein klarer und verdienter 5:2-Erfolg für den JSV Speyer fest. „Ich bin mit dem Sieg zufrieden, aber es hätte durchaus noch etwas höher ausfallen können“, erklärte JSV-Cheftrainer Ferenc Nemeth nach dem Duell.

    In der zweiten Paarung des Tages besiegte Großhadern Gröbenzell klar mit 6:1. Damit bestätigte sich, was man im Lager des JSV schon im Vorfeld gewusst hatte, nämlich dass die Gastgeberinnen wohl schwerer zu knacken sein würden als der Liganeuling.

    Der erste Kampf zwischen Barbara Bandel und Alexandra Sebald (Foto) war anfangs ausgeglichen, doch nach knapp Minuten gelang es der Speyrer Spitzenkämpferin, mit einer Fußtechnik die entscheidende Ippon-Wertung zu erzielen. Als Abigél Joó anschließend kurzen Prozess mit Christiane Weidendorfer machte und bereits nach 52 Sekunden den Kampf mit Uchi-Mata für sich entschied, führte Speyer mit 2:0. Doch eine unerwartete Niederlage von Iwanna Ossinkina in der Klasse bis 63 Kilogramm machte es noch einmal richtig spannend. Die Speyrerin geriet früh mit Yuko in Rückstand, ging dann mit Waza-Ari in Führung, musste dann aber kurz vor Schluss zunächst eine Waza-Ari-Wertung hinnehmen und geriet dann wenige Sekunden vor dem Kampfende in einen Haltegriff ihrer Gegnerin Tanja Kupschewski und musste eine weitere mittlere Wertung abgeben, was gleichbedeutend war mit Ippon zugunsten der Münchenerin.

    In den folgenden beiden Kämpfen setzten sich die jeweiligen Favoritinnen schnell durch: Hedvig Karakas für Speyer in der Klasse bis 57 Kilogramm und Großhaderns Kay Kraus im Leichtgewicht gegen Jessica Lindner siegten jeweils nach etwas über einer Minute.

    Speyer führte bei zwei ausstehenden Kämpfen mit 3:2 und setzte darauf, dass Riccarda Rau in der Klasse bis 52 Kilogramm gegen Viola Thiel ihrer Favoritenrolle gerecht werden würde. Doch DM-Dritte stieß auf erbitterten Widerstand der Münchenerin. Die beide Kämpferinnen lieferten sich einen spannenden Kampf auf hohem Niveau, der jedoch ohne Wertung blieb und somit unentschieden ausging.

    So kam alles auf den letzten Kampf des Abends zwischen Tia Berger für den JSV und Claudia Probst an. Letztere ging als Favoritin auf die Matte und hätte mit einem Sieg gegen Berger ein 3:3-Unentschieden für ihre Mannschaft sichern können. Doch Probst schaffte es nicht, den couragierten Widerstand Bergers zu brechen. In einem an Spannung und Dramatik kaum zu überbietenden Kampf holten beide Athletinnen alles aus sich heraus, und als kurz vor Schluss die erste Wertung vergeben wurde, war es die Speyrerin, die mit Yuko in Führung ging.

    Probst konnte in den letzten Sekunden nicht mehr – Berger hielt den Sieg fest und besiegelte den 4:2-Endstand für ihre Mannschaft. Entsprechend wurde sie von ihren Teamkolleginnen mitsamt Trainer- und Betreuerstab gefeiert. „Tia war die Matchwinnerin heute. Wir wollten zwei Siege holen und das haben wir geschafft. Wir wussten, dass es gegen diese stark besetzte Mannschaft aus Großhadern eng werden würde“, resümierte JSV-Trainerin Nadine Eckert, die sich nach dem Bekanntwerden der übrigen Ergebnisse des Kampftages über die Eroberung der Tabellenführung freuen konnte. „Es ist wichtig, dass wir die Tabellenführung behaupten, denn dann gehen wir in der Gruppenphase der Endrunde dem großen Favoriten Brandenburg aus dem Weg“, erklärte Eckert weiter.

    Für die JSV-Frauen gibt es jetzt eine willkommene Bundesliga-Pause, ehe es am 10. September zum abschließenden Doppelkampftag nach Wiesbaden geht.

    Text und Fotos: Seán McGinley