• 1. Bundesliga Frauen

    SUA Witten: Stumps Halbzeitfazit: "Absolut fantastisch"

    Sarah Kasper (weiß) knackte bisher als einzige SUA-Judoka die 30-Punkte-Marke. Sie ist zudem die einzige, die bis dato bei allen fünf Kämpfen auf der Matte stand.  Bock

    ANNEN. Äußerst positiv können SU Annens Judo-Frauen in die Sommerpause der 1. Bundesliga, Gruppe Nord, gehen. Erst am 10. September folgt die Fortsetzung in Brandenburg gegen den gastgebenden Gruppenfavoriten PSG Brandenburg sowie FT Neumünster.

    Bisher warfen die Kämpferinnen um Trainer Karlheinz Stump in den fünf Duellen 5:5-Punkte und damit Platz vier heraus. Beides ist SUA-Bestmarke in der Elite-Liga und kann nach den Sommerferien gegen den punktgleichen FT Neumünster noch ausgebaut werden. "Absolut fantastisch", findet Stump die Ausbeute bis dato. Denn auch in punkto Erfolge ist die Bilanz mit 17:15 positiv. Die Unterbewertung schließt sich an: 152:138 Zähler stehen dort zu Buche.

    Annener Rahmenbedingungen

    Und das alles bei den aus den letzten Kampfzeiten bestens bekannten Annener Rahmenbedingungen. Zahlreiche Abstellungen an die nationalen Verbände und viele Verletzungen warfen die Wittenerinnen stets zurück. Einzig beim zweiten Doppelkampftag in Bottrop konnte Karlheinz Stump seine nominelle Bestbesetzung aufbieten und wurde mit der 5:2-Gala-Vorstellung gegen den JC 66 belohnt. Ansonsten war Improvisation Trumpf.

    Und letzteres funktionierte wunderbar, auch wenn es nicht immer belohnt wurde. So unterlag die SUA dem 1. JC Mönchengladbach und dem Hamburger JT jeweils hauchdünn und unglücklich mit 3:4 und schenkte auch beim 3:3 gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen einen Zähler ab. All diese Punktverluste hätten nicht sein müssen.

    Doch ein wenig Pech bei der nicht immer einfachen Bewertung der einzelnen Techniken sowie die noch fehlende Cleverness in der einen oder anderen Situation machten die Maximalausbeute zunichte. Letzteres verwundert nicht, bietet der Trainer doch zumeist "nur" Nachwuchsjudoka aus der eigenen Jugend auf, die es auf einen Altersdurchschnitt von 19 bis 20 Jahren bringen.

    Reifende Talente

    Doch da reifen Talente, die schon jetzt in ihren jungen Jahren in der ersten Bundesliga nicht nur bestehen können, sondern schon echte Siegkämpferinnen sind, heran. Allen voran Sarah Kasper (48 kg). Die erst 16-Jährige war bisher immer dabei, packte drei Siege bei zwei Niederlagen und warf 30:17-Zähler heraus.

    Die 30 Punkte knackte das "Küken" alleine. Maike Heinz, die aufgrund ihres Urlaubs zwei Duelle nicht bestritt, bringt es bei drei Siegen in ebenso vielen Auseinandersetzungen und 27:0-Punkten auf die beste Bilanz, gefolgt von Esther Stam, die ihre beiden Einsätze jeweils per Ippon gewann und so 20:0-Zähler ausweist.

    Von den bisher 15 eingesetzten Judoka griffen immerhin zehn mindestens einen Sieg ab. Auch das kann sich sehen lassen, zumal oftmals SUA-Athletinnen die ungeliebte Opferrolle einnehmen mussten. Da gerade in den oberen Gewichtsklassen Mangel an geeignetem Personal besteht, rückten mit Hannah Schorlemmer und Fatma van Winssen sogar 57 kg-Athletinnen bis in die höchste, +78 kg-Kategorie, auf und gaben dort natürlich gleich auf.

    Im Dienste der Mannschaft

    Derartige Dienste zu Gunsten der Mannschaft gab es einige. Hätte der Coach auch hier noch die eine oder andere Alternative gehabt, es wäre noch mehr drin gewesen. Doch auch so kann sich die rundherum positive Darstellung der SUA-Frauen sehen lassen. "Fünf Punkte, das ist unser Bundesliga-Rekord und absolut top", freut sich Karlheinz Stump vollkommen zu Recht.