• 1. Bundesliga Frauen

    Witten: Prima Ausbeute für SU Annen

    Alexandra Zwirner

    Bottrop. Die Judo-Damen der SU Annen haben sich am zweiten Kampftag der Bundesliga ihre ersten Punkte geholt. Gegen Bayer Leverkusen gab’s ein 3:3, gegen Gastgeber JC 66 Bottrop folgte mit einem sicheren 5:2 der erste Saisonsieg.

    SU Annen - TSV Bayer 04 Leverkusen 3:3 (30:27). Da die Annenerinnen erstmals mit ihrer Bestbesetzung antreten konnten, galten sie vor dem NRW-Duell mit den Leverkusenerinnen als Favoritinnen. Dem schienen sie zu Beginn auch gerecht zu werden, denn in der 48-kg-Klasse setzte sich zunächst Sarah Kasper (Ippon nach Haltegriff) gegen Andrea Köster durch, im Anschluss ließ dann die Niederländerin Esther Stam (-63 kg) einen vorzeitigen Sieg gegen Nadja Bazynski folgen – nachdem sie jedoch schon mit Waza-ari im Rückstand gelegen hatte. Doch am Ende hatte sie das TSV-Talent sicher im Griff, glich mit einer Fußtechnik aus und hebelte Bazynski nach 3:45 Minuten aus – 2:0.

    Für die Vorentscheidung hätte eigentlich Miriam Dunkel (+78 kg) sorgen sollen, doch sie scheiterte überraschend an der deutlich schwereren Yvonne Schildgen. „Im letzten Jahr hat sie sie noch klar geschlagen“, kommentierte Trainer Karlheinz Stump später die Nominierung Dunkels im Schwergewicht. Doch Schildgen verteidigte clever, konterte Dunkel per Uchi-mata (Waza-ari) aus und rettete dies über die Zeit.

    Erwartungsgemäß glich Leverkusen dann zum 2:2 aus – Hannah Schorlemmer war chancenlos gegen die international erfahrene Nationalkader-Kämpferin Myriam Roper, die nur 15 Sekunden zum Ippon benötigte. Danach folgte ein überraschendes Remis von Dani Libosan (-70 kg) gegen Janina Beune – und als im vorletzten Kampf Indra Paas (-52 kg) das Duell mit Judith Gruber nach 1:32 Minuten nach einem Konter mit Ippon verlor, lag die SUA sogar mit 2:3 hinten. Den Teilerfolg sicherte dann aber zumindest Maike Heinz (-78 kg), die Aufgabesiegerin gegen Jennifer Schmitz wurde – die Leverkusenerin winkte schon vorher ab.

    SU Annen - JC 66 Bottrop 5:2 (50:17). Das Revierderby wollten die SUA-Damen unbedingt für sich entscheiden – schließlich hatten unlängst die Annener Männer schon den Bundesliga-Vergleich mit den aufstrebenden Neulingen aus Bottrop verloren. Karlheinz Stump war vorab zuversichtlich: „Die Vorteile müssten auf unserer Seite liegen.“

    Den ersten Kampf allerdings hatte der Coach nicht zwingend auf der Rechnung. Sarah Kasper (-48 kg) konnte sich vor einer Weile zwar in einem Einzelturnier gegen Julia Rotthoff durchsetzen – doch diesmal war die Bottroperin überlegen, kämpfte von Beginn an aggressiver. Die 16-jährige Wittenerin kam gar nicht ‘ran an ihre Kontrahentin, lag bald mit Waza-ari nach einem Seoi-nage zurück. Das 0:1 aus Sicht der SU Annen.

    Danach allerdings offenbarten die Gäste ihre Klasse – angeführt von einem exzellenten niederländischen Duo. Dani Libosan (-63 kg) packte gegen Katharina Gutmann, immerhin DM-Dritte, einen furiosen Uchi-mata aus – der 1:1-Ausgleich. Überlegen auch der vorzeitige Sieg von Maike Heinz (+78 kg) gegen die Niederländerin Lauri de Willingen.

    Den spektakulärsten Kampf des Tages lieferte dann das 18-jährige SUA-Toptalent Alexandra Zwirner gegen die Niederländerin Lilo Schultz (-57 kg). Zwirner ging mit Volldampf an die Aufgabe heran, bearbeitete ihre Gegnerin pausenlos. Nach 3:39 Minuten gelang der Annenerin dann die entscheidende Aktion – Ippon, damit lag ihr Team nun mit 3:1 vorn. Fehlte noch ein Zähler, um den Mannschaftskampf zu entscheiden.

    Den besorgte schließlich Esther Stam (-70 kg), die gegen Sina Felske wenig Mühe hatte und nach nur 1:21 Minuten einen herrlichen Uchi-mata auf die Matte brachte – das 4:1 für Annen. Im Anschluss musste sich dann Nadine Herbertz (-52 kg) der ehemaligen SUA-Kämpferin Hannah Karrasch mit Waza-ari beugen. Doch im letzten Duell behielt Miriam Dunkel erwartungsgemäß die Oberhand gegen Lisa Zywietz: Nach 1:09 Minuten standen nicht nur zwei Yuko-Wertungen für die 18-Jährige auf der Anzeigetafel, sondern auch der Ippon nach einem gelungenen Würgegriff am Boden. Endstand 5:2 für die SU Annen und rundum zufriedene Gesichter.

    „Unsere Asse haben vor allem gegen Bottrop alle gestochen – allen voran unsere Niederländerinnen, die von vier möglichen immerhin drei Punkte geholt haben“, freute sich Trainer Karlheinz Stump. Ein dickes Lob hatte er auch für Alexandra Zwirner übrig: „Sie hat einen großen Kampf geliefert und gezeigt, dass mit ihr zu rechnen ist.“ Immerhin war es der erste Bundesliga-Auftritt des Eigengewächses. Ein Fingerzeig für eine vielversprechende Zukunft, denn auch Miriam Dunkel und Sarah Kasper entstammen der eigenen Nachwuchsabteilung der Sport-Union. Am kommenden Samstag, 2. Juli, steht der dritte Kampftag in Aachen an. Dann muss die SUA allerdings ohne Maike Heinz und Esther Stam auskommen.