• 1. Bundesliga Männer

    Beispielloser Höhenflug

    Allen Grund zum Jubeln haben im Moment die Männer des JSV Speyer.Allen Grund zum Jubeln haben im Moment die Männer des JSV Speyer.

    Mit einem deutlichen 10:4-Sieg bei Samurai Offenbach haben sich die Männer des JSV Speyer auf den zweiten Tabellenplatz der 1. Judo-Bundesliga Süd vorgeschoben – so weit vorne stand ein Speyerer Männerteam nie zuvor. Dabei war zumindest im ersten Durchgang bangen angesagt – es war der erwartet enge Kampf. Dank eines überragenden zweiten Durchgangs konnte der JSV das Ergebnis erhöhen und letztlich einen souveränen Sieg einfahren.

    Philipp Müller ließ sich zu Beginn des Auftaktkampfes auskontern und geriet in Rückstand, konnte aber mit zwei Wertungen den Kampf zu seinem Gunsten drehen. Die nächsten beiden Duelle wurden erst im Golden Score entschieden: Nachdem Franz Haettich sich geschlagen geben musste, stellte Tobias Teucke die Speyerer Führung wieder her. Diese Führung bauten die Speyerer Georgier Giga Gigauri und Onise Bughadze mit schnellen Siegen aus, doch den besseren Schlussspurt im ersten Durchgang hatten die Gastgeber.
    JSV-Eigengewächs Gabriel Martin kam zu seinem Bundesliga-Debüt, nachdem Michael Bantle und Luca Bößer in der Klasse bis 66 Kilogramm ausgefallen waren und Martin Ludwig beim Aufwärmen gemerkt hatte, das er noch nicht wieder einsatzfähig ist. Martin musste sich dem erfahrenen Fabian Kühn geschlagen geben, und weil Andreas Benkert sich mit Linkskämpfer Felix Herbst schwer tat und ebenfalls den Punkt dem Gegner überlassen musste, führte Speyer zur Pause nur mit 4:3. „Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir im ersten Durchgang einen Punkt mehr holen“, gestand Teamchef Michael Görgen-Sprau.
    Doch eventuelle Befürchtungen, dass der angestrebte Auswärtssieg in Gefahr geraten könnte, wurden schnell zerstreut. Der JSV-Teamchef ließ die vier Sieger des ersten Durchgangs erneut antreten und brachte für die drei unterlegenen Kämpfer neue. Philipp Müller wiederholte seinen Erfolg vom Auftaktkampf und sorgte somit für einen schwungvollen Start in den zweiten Durchgang. Enorm wichtig war auch, dass David Riedl es schaffte, in der Klasse bis 90 Kilogramm Markus Seifert zu bezwingen, der im ersten Durchgang Franz Haettich besiegt hatte. Als auch Tobias Teucke, der trotz Knieprobleme nach dem ersten Kampf erneut antrat und mit einem Haltegriff seinen zweiten Punkt des Tages einfuhr, war dem JSV der Sieg praktisch nicht mehr zu nehmen, denn die beiden Georgier gewannen die folgenden beiden Kämpfer gewohnt souverän für den JSV, der auf 9:3 davonzog. Dass Leon Stepper gegen Philipp Dahn die einzige Speyerer Niederlage des zweiten Durchgangs quittieren musste, war unter diesem Umständen verschmerzbar. Der Kampftag endete dann mit einem weitere Highlight aus Speyerer Sicht, denn Raphael Schlegel erkämpfte sich seinen ersten Bundesligapunkt im Golden Score gegen Felix Herbst zum 10:4-Endstand.
    Michael Görgen-Sprau zeigte sich sehr erfreut darüber, dass sein Team als Tabellenzweiter in die kurze Pause bis zum nächsten Kampftag am 15. Juni gehen wird. Dann kommt es zu einem unerwarteten Top-Duell, wenn der JSV als Tabellenzweiter den Rekordmeister TSV Abensberg empfängt. Abensberg liegt einen Platz hinter Speyer, hat aber zwei Kämpfe weniger absolviert. „Abensberg ist natürlich haushoher Favorit, aber zunächst mal haben wir die Situation, dass sie an uns vorbei müssen, um die zwei vordersten Tabellenränge zu erreichen und damit in die Finalrunde zu kommen. Wer hätte vor der Saison gedacht, dass es zu dieser Konstellation kommen würde? Wir wollen sie möglichst ärgern, und das wird sicherlich ein Highlight werden vor heimischer Kulisse, bevor wir zum Saisonabschluss mit Sindelfingen wieder einen Gegner, wo wir uns realistische Chancen ausrechnen dürfen“, so der Speyerer Teamchef.

    Von: Seán McGinley / JSV Speyer