• 1. Bundesliga Männer

    SUA Witten: Drei Ziele für die neue Saison

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    Frühstart für die Judo-Bundesliga: Schon am ersten April-Wochenende geht’s wieder um Punkte in der Eliteklasse des Deutschen Judo-Bundes (DJB). Einen denkbar schweren Auftakt hat dabei der letztjährige Bronzemedaillen-Gewinner SU Annen vor der Brust: Das Team tritt am Samstag (ab 17 Uhr) beim Erzrivalen JC 90 Frankfurt/Oder an. Vor dem ersten Kampftag äußerte sich im WAZ/WR-Interview SUA-Geschäftsführer Matthias Kiehm (48) zum Stand der Dinge beim Wittener Aushängeschild.

    Das vergangene Jahr lief für die SU Annen nahezu optimal. Obwohl mit zurückhaltenden Erwartungen in die Saison gegangen, sprang letztlich Bronze heraus. Wie lautet diesmal die Zielsetzung?

    Matthias Kiehm: Eigentlich ähnlich, denn grundsätzlich peilen wir immer erstmal die Viertelfinal-Teilnahme an. Im Prinzip gibt’s sogar drei Ziele für uns: das Viertelfinale erreichen, bester NRW-Verein werden und dann als i-Tüpfelchen ein Platz in der Finalrunde. 2010 lief großartig für uns - da haben wir fast alles erreicht. Leider hatten wir in der Endrunde nicht die besten Leute mit dabei - sonst hätten wir wohl das Halbfinale gegen Leipzig auch noch gewonnen.

    Aber im Jahr 2011 ist doch der Anreiz besonders groß, wieder den ersten Platz in der Gruppe Nord zu erreichen, oder?

    Das auf jeden Fall, denn dann wären wir zum ersten Mal Ausrichter der Endrunde. Diesmal ist der Norden dran. Ein Super-Ziel für uns. Vorsorglich haben wir schon mal die Husemann-Sporthalle für diesen Termin geblockt (lacht).

    Wer sind denn aus Ihrer Sicht diesmal die Favoriten im Norden, dem nach dem Rückzug des SC Berlin und des Braunschweiger JC nur sieben Teams angehören?

    Klarer Favorit ist für mich in dieser Saison der UJKC Potsdam - die haben sich wirklich enorm verstärkt. Unter anderem mit Adrian Kulisch, dazu einige Top-Ausländer - was bei uns in Witten eher ein untergeordneter Faktor ist. Potsdams Devise ist es, vielleicht sogar den TSV Abensberg zu ärgern, der seit so vielen Jahren fast unerreicht ist in der 1. Liga. Daher hat Potsdam auch das Frauen-Bundesligateam abgemeldet - die konzentrieren sich voll auf die Männer.

    Sie haben die „Legionäre“ schon angesprochen. Bei der SU Annen setzt man seit je her auf eine starke niederländische Fraktion. Haben Sie sich auch diesmal gar nicht umgesehen nach anderen Verstärkungen aus dem Ausland?

    Nein, haben wir nicht. Mussten wir auch nicht, weil unsere vier Niederländer schon sehr früh die Zusage gegeben haben für 2011. Das sind prima Jungs, die wohnen zudem alle nicht allzu weit weg - und sie identifizieren sich mit unserem Verein.

    Also ist das größte Standbein der SU Annen nach wie vor die eigene Nachwuchs-Schmiede?

    Ganz sicher ist das so - das haben wir bislang immer so gehandhabt und sind gut damit gefahren, auf unsere jungen Leute zu setzen. Dafür betreiben wir ja so intensive Jugendarbeit. Natürlich bieten sich immer mal wieder Kämpfer von außerhalb bei uns an - aber letztlich fehlt dann auch die finanzielle Potenz. Das Reservoir der SU Annen ist und bleibt unsere Nachwuchs-Trainingsgruppe - das ist bei den Männern und bei den Frauen, die auch in der 1. Liga starten, völlig gleich. Allerdings ist so ein Erfolg wie 2010 nicht immer machbar, dessen sind wir uns bewusst.

    Mit dem TSV Hertha Walheim, dem 1. JC Mönchengladbach und dem Neuling JC 66 Bottrop sind neben der SU Annen drei weitere Teams im Bundesliga-Norden vertreten. Wächst dadurch auch die Rivalität?

    Ich bin da ziemlich entspannt, was die Konkurrenz auf NRW-Ebene angeht - aber natürlich wollen wir wieder bestes Team unseres Bundeslandes werden. Nach den jeweiligen Kämpfen ist dieses Konkurrenz-Gehabe doch eh’ vergessen. Ich finde, der Sport sollte verbinden und nicht entzweien. Positiv ist in diesem Jahr dadurch aber für uns, dass wir außer Frankfurt/Oder nur noch einen Auswärtskampf in Aachen haben - dafür aber vier Kämpfe zu Hause. Da hält sich der Aufwand in Grenzen.

    Mit Jonas Focke, der seine Laufbahn beendet hat, haben Sie einen erstklassigen Kämpfer verloren. Hinzugekommen ist Henrik Lauer in der 73-kg-Klasse, dazu mit Tim Knobloch ein weiteres Talent. Reicht das, um wieder die vorgegebenen Ziele zu erreichen?

    Ich hoffe es sehr. Henrik Lauer hat schon länger Bundesliga gekämpft, ist sicher ein Mann mit viel Potenzial. Tim Knobloch wollte 2010 schon zu uns kommen - jetzt hat es endlich geklappt. Wir hatten auch gute Karten beim Leverkusener Yannick Gutsche, doch er hat sich dann für den TSV Abensberg entschieden. Da ist er dann hinter Ole Bischof und Sven Maresch dritter Mann in der 81-kg-Klasse - da wird er oft auf der Bank sitzen. Bei uns hätte er sicher regelmäßig gekämpft.

    Auf den EM-Dritten Benjamin Behrla muss die SUA wegen einer Knieverletzung wieder lange verzichten. Wird er diese Saison noch kämpfen können?

    Davon gehe ich aus - er muss es ja auch, wenn er seine Olympia-Chancen wahren will. Natürlich muss er richtig fit sein - aber Benny ist damals auch fast aus dem Stand Dritter der EM geworden.

    Quellewww.derwesten.de/sport/lokalsport/witten/Drei-Ziele-fuer-die-neue-Saison-id4492579.html