• 1. Bundesliga Männer

    Speyerer Triumph in Leipzig

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    Es war vielleicht die größte Überraschung, die den Männern des JSV Speyer jemals gelungen ist: Am 3. Kampftag gelang beim JC Leipzig ein 8:6-Auswärtssieg. „Wir haben nach dem knappen Ergebnis im letzten Jahr gedacht, dass wir einen engen Kampf liefern können und im Idealfall vielleicht einen Punkt mitnehmen. Aber der Sieg war eine Mega-Überraschung. Damit hat sicher niemand gerechnet“, so Teamchef Michael Görgen-Sprau.

    Zumal dem JSV einige wichtige Kämpfer fehlten: Michel Adam, Onise Bughadze und Martin Ludwig waren allesamt in Leipzig nicht dabei. Allerdings fehlten Leipzig gerade in den oberen Gewichtsklassen einige Stammkämpfer.
    Der erste Speyerer Erfolg war die Auslosung der Kampfreihenfolge. „Da kamen unsere Punktegaranten als erste dran. Das war wichtig, denn es war richtig gute Stimmung in der Halle, und als wir mit 3:0 in Führung gingen, war die Stimmung schon wieder etwas gedämpft. Das ist natürlich dann für die Heimmanschaft eine schwierige Situation, nochmal zurückzukommen.
    Giga Gigauri, Franz Haettisch und Irakli Kupatadze holten die Punkte in den Auftaktkämpfen. Danach musste sich Michael Bantle erwartungsgemäß dem Grand-Slam-Sieger Denis Vieru geschlagen geben, und Andreas Benkert hatte etwas Pech bei seiner Niederlage gegen Hannes Conrad. Leipzig war wieder dran. Doch Markus Sturm zeigte im Superschwergewicht einen ganz starken Griffkampf und gewann dank dreier Shidos gegen seinen Kontrahenten. Für den Routinier Sturm, den Ältesten im JSV-Kader, war es der erste Bundesligakampf seit zwei Jahren, und die Freude über den wichtigen Punkt war groß. Fast schon eine kleine Vorentscheidung war der anschließende Sieg von Philipp Müller im letzten Duell vor der Halbzeit. Er besiegte den Rumänen Laszlo Szoke und sorgte damit für eine klare 5:2-Pausenführung für sein Team. „Das war der Moment, in dem wir gemerkt haben, dass ein Sieg drin ist“, erinnert sich Michael Görgen Sprau.
    Im zweiten Durchgang lautete dann die Devise: Möglichst wieder die ersten Kämpfe holen, um den Sack zuzumachen. Tatsächlich konnten die beiden Georgier Gigauri und Kupatadze erneute Erfolge einfahren, so dass dem JSV mindestens ein Unentschieden sicher war. Doch Franz Haettich musste sich gegen Conrad geschlagen geben, und auch Julian Richter unterlag Vieru.
    David Riedl sorgte dann in spektakulärer Weise für die Entscheidung, als er seinen Gegner mit Ura-Nage auf die Matte beförderte. Dass die drei folgenden Kämpfe an die Heimmannschaft gingen, störte aus Speyerer Sicht nur wenig, obwohl gerade Philipp Müller im letzten Kampf sehr viel Pech mit den Kampfrichterentscheidungen hatte. „Eigentlich hat er den Kampf gewonnen“, ist sich Michael Görgen-Sprau sicher.
    Nach dem Sensationssieg herrschte beste Stimmung auf der langen Rückfahrt aus Sachsen an den Rhein. Eigentlich war der JSV mit dem Saisonziel „Klassenerhalt“ in die Runde gestartet und hatte vor allem auf die Kämpfe gegen direkte Konkurrenten in der zweiten Saisonhälfte geschielt. Die ersten drei Runden, die nun vorbei sind, waren gewissermaßen eine Zugabe, ging es doch jeweils gegen Mannschaften mit Ambitionen auf die vorderen Tabellenplätze. „Nach diesem strammen Programm vier Punkten zu haben, ist absolut top“, freut sich der Speyerer Teamchef. Nun gilt es, in zwei Wochen gegen den TV Erlangen nachzulegen.
        
    Von: Seán McGinley / JSV Speyer - Fotos: Andreas Richter